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St. Michaeliskirche Oberwiera
Es ist nicht einwandfrei festzustellen, seit wann sich eine Kirche im Orte befindet, da sämtliche alte Urkunden darüber fehlen. In einer Druckschrift aus dem Jahre 1828 behauptet der damalige Pfarrer von Oberwiera, Alb. Gumprecht, dass die Gemeinde schon im Jahre 1794 "ihr altes, gegen 600 Jahre bestehendes und sehr baufällig gewordenes Kirchhaus abbrechen und einen Neubau errichten wollte".
Nach dieser Angabe, die aber nirgends schriftlich hinterlegt ist, hätte also Oberwiera schon im 13. Jahrhundert eine eigene Kirche gehabt. Leider sind keine Aufzeichnungen über die alte Kirche aus diesen Jahren vorhanden. Jedenfalls hatte sie bereits einen sehr festen Turm, denn 1497 wurden aus Freiberg Glocken hierher geholt, die besonders groß gewesen sein müssen.
Dieser Turm wurde laut Chronik des Klosters Remse im Jahre 1476 an das bestehende wahrscheinlich romanische Kirchengebäude angebaut. Im Jahre 1557 goss man neue Glocken in Zwickau, die wohl bis zum Jahre 1830 hier ihren Dienst versahen. In diesem Jahr bekam die Kirche ein vollständig neues Geläut. In den Kriegsjahren 1914/18 musste dieses abgeliefert werden, da die Glocken keinerlei Altertumswert besaßen. Für das Dorf Oberwiera ist dies ein Verlust, denn oft kann man aus den Glockenschriften herausfinden, was in jungen Jahren des Kirchenbestehens passiert ist.
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Der älteste Teil der Kirche sind die 3 untersten Turmgeschosse., denn Pfarrer Gumprecht, der den Abbruch der alten und die Errichtung der neuen Kirche in den Jahren 1821/23 betrieb, erwähnt in seiner Erklärung ausdrücklich und oftmals, dass das neue Gotteshaus mit dem "alten, stehen bleibenden Turm" in Verbindung gebracht werden sollte.
Die bedeutendsten Gegenstände aus der alten Kirche sind die aus Lindenholz geschnitzten Figuren, die etwa um 1500 entstanden sind und dem Altenburger Bildschnitzer Jacob Naumann zugeordnet werden.
Da die Kirche dem heiligen Michael geweiht ist, ist auch die Figur des Erzengels Michael im Mittelpunkte der Gruppe aufgestellt. Ihm zu den Seiten steht der heilige Hieronymus und allem Anschein nach der heilige Blasius, der jedoch nicht einwandfrei als solcher zu erklären ist. Außer diesen drei großen Figuren sind noch acht kleinere vorhanden, die eine Reihe weiterer Heiliger darstellen. Sehr anschaulich hat Pfarrer Pilz einmal diese Gruppe wie folgt erklärt: ”Steht man vor dem Altare, so sieht man von links nach rechts: "Katharina mit ihrem Attribut, dem Radbruchstück, Christophorus, in der bekannten Gestalt als Träger des Christkindes, Dorothea mit einem Körbchen voll Rosen. Das Knäblein, das das Körbchen mit anfasst, ist der mit dieser Gabe abgesandte Bote ihres himmlischen Bräutigams. Dann erscheint Petrus, an der Stirnlocke erkennbar, mit seinem Schlüssel. Rechts vom Altare sind aufgestellt: Antonius im Gewande eines Eremiten. Zu seinen Füßen erscheint ein Schwein, das mit seinem Rüssel die Erde aufgewühlt hat, um dem Heiligen Wasser zu verschaffen. Es folgt Margarethe mit dem Kreuzstab, ihr zu Füßen eine Art Drache. Paulus ist erkenntlich an dem langen Bart, der Glatze und der Stirnlocke. Barbara mit ihrem Attribut, dem Turm mit Kelch in kleiner Nische, schließt die Reihe.”
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| Die Figuren der Kirche von Oberwiera. |
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Im Jahre 1648 wurde die Pfarrhaus in dem heute Familie Werner Posern wohnt, gebaut und das Seitengebäude ist 1698 entstanden.
Das heutige Pfarrhaus ist 1898 gebaut worden.
Schon bei der Kirchenerneuerung 1823 wird erwähnt, dass die Figuren vollkommen verstaubt und unansehnlich geworden waren und erst wieder hergerichtet werden mussten. Bald aber scheinen sie von ihrem Platze entfernt worden zu sein, denn zu Anfang des vorigen Jahrhunderts holte man sie plötzlich wieder aus einem Verschlag hinter der Orgel hervor und stellte sie von neuem auf, so dass die Kirche ihren einzigen und gewiss nicht wertlosen Schmuck aus alter Zeit glücklicherweise wiedererhalten hat.
In der alten Kirche hat sich eine herrschaftliche Gruft befunden, in der Mitglieder der Rittergutsfamilie von Rentzel begraben lagen. In den Jahren 1894/95 wurde die Kirche einer gründlichen Renovierung unterzogen.
Der erste Weltkrieg forderte auch von der Kirche Oberwiera seinen Tribut. Die beiden größeren Bronze-Glocken und ein Teil der zinnernen Orgelpfeifen mussten ausgebaut und dem Reichsmilitärfiskus übereignet werden. Die Neuanschaffung 1919, ein Stahlgeläut mit 3 Glocken wurden durch Spenden der Kirchenglieder finanziert.
Seit 1999 laufen intensive Sanierungsarbeiten in der Kirche. Bereits 1999 wurde die Decke unter dem Glockenstuhl erneuert, weil sie wegen Haus- und Nassfäulebefall durchgebrochen war. 2001 wurde der Kirchturm dann neu gedeckt, nachdem sämtliche Zimmermannsarbeiten durchgeführt worden waren. Die Restaurierung des Kirchturms konnte 2003 im Wesentlichen abgeschlossen werden. Heute leuchtet er mit seinem hellen Außenputz wieder ins Wierataler Land.Nachdem die gesamte äußere Gestalt der Kirche erneuert wurde, finden 2009 wichtige Vorarbeiten zur Restaurierung des Innenraums statt. Ihre Spende dafür ist herzlich willkommen.
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