Allerheiligenkirche Niederwiera
Sie ist als “Niederwyraw“ in ersten Erwähnungen in “Kirchen und Schulen des Herzogtums Sachsen - Altenburg” mit dem Filial Neukirchen dargestellt. Es gehörten 5 Dörfer dazu, Rößdorf (Röhrsdorf), Hart (Harthau), Wockendorf (Wickersdorf, nur der größere Teil des Ortes, der an der Waldenburger Chaussee hinauf gelegene), Heyersdorff (Heiersdorf) und Gesenitz, später als Jesenitz bezeichnet, das nur zum Teil zur Niederwieraer Kirche gehörte. Im Jahre 1533 kam noch Uhlmannsdorf dazu. 1880 zählte man im gesamten Kirchspiel Niederwiera 643 herzoglich-altenburgische Untertanen und etwa 150 königlich-sächsische.
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Die Parochie im Umfang und Bestand hat sich im Reformationszeitalter gewissermaßen zufällig gebildet. In den Schönburgischen Besitzungen fand die Kirchenverbesserung viel später statt als in den unmittelbar kursächsischen Landen. Graf Ernst, Herr von Glauchau, widersetzte sich in eben dem selben Maße der Reformation, in welchem Herzog Georg von Sachsen ihr ergeben war. Deshalb scheinen sich die evangelisch gesinnten Bewohner mehrerer Ortschaften, namentlich in Heyersdorf und Jesenitz, freiwillig an angrenzende Pfarreien auf kurfürstlichem Gebiet angeschlossen zu haben.
1533 wurde Neukirchen dem Kloster Remse entnommen und kam als Filial zu Niederwiera.
Aus diesem gemischten Verhältnis ergab sich in der Folgezeit viel Anlass zu Streitigkeiten zwischen den altenburgischen kirchlichen und den kurfürstlich sächsischen Behörden.
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Vorgängerin der Kirche in Niederwiera war ein Gebäude, das noch aus der katholischen Zeit stammte und Allen Heiligen gewidmet war. Sie hatte vier Abteilungen, das Tor, darüber das steinerne Gewölbe, das Kirchenschiff mit der Bretterdecke, die Sakristei und die Halle. Obwohl im Laufe der Zeit immer wieder Renovierungen und sogar der Einbau einer Empore (im Jahr 1711) und der Einbau einer Orgel (1720) erfolgten, kam man nicht umhin, eine neue Kirche zu bauen, als bei einer beabsichtigten Fenstervergrößerung festgestellt werden musste, dass das Gebäude baufälliger war, als man angenommen hatte. Außer der Leistung der Spannfuhren und der Handfrohne verursachte der Bau, mit Einschluss der Orgel, einen Aufwand von 8.844 Talern. Der größte Teil des Geldes stammte aus Anlagen, geringe Mengen aus Verkauf des alten Baumaterials, aus unverzinslichen Darlehn durch das Kirchenärar, Landeskollektenkasse und Beiträgen der Gemeindeglieder, die auch mit der Neulösung von Kirchenstühlen rund 560 Taler aufbrachten. Das Bauwerk war nach dreijähriger Bauzeit im Jahre 1828 fertig, wobei der noch dauerhafte Turm der alten Kirche stehenblieb und 1836 neu gedeckt und mit Knopf und Fahne versehen wurde. 1845 wurde er vom Blitz getroffen, erlitt aber nur einige Beschädigungen.
Das 3stimmige Glockengeläut, für das 1801 ein neuer Glockenstuhl errichtet wurde, verrichtete noch bis 1841 seinen Dienst, danach musste es umgegossen werden.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verstand der damalige Pfarrer Quaas das gesamte Innere der Kirche umzugestalten. Er trieb immer wieder die benötigten Mittel dafür auf. Die Kirchenbehörde ließ ihn gewähren, weil sie seinem künstlerischem Empfinden und den von ihm gerufenen Sachverständigen vertraute. So kamen hier die verschiedensten Gewerbe zum Einsatz. Der Altar, die Empore und Logen wurden im gotischen Stil erneuert. Er selbst schmückte die Kirche mit farbenprächtigen Malereien. Auch hier wurden die 3 Bronzeglocken Opfer des 1. Weltkrieges, ein neues 3stimmiges Geläut aus Eisenhartguss wurde von den Gemeindegliedern finanziert und in den alten Glockenstuhl eingehängt.
In den 70iger Jahren des 20. Jahrhunderts war ein Abriss der Kirche im Gespräch, der jedoch durch Sicherungsmaßnahmen von engagierten Gemeindegliedern verhindert werden konnte.
Inzwischen ist der Turm neu geputzt. Außerdem wurden 2005 die Dachsanierung abgeschlossen und in engagiertem Einsatz der Außenanstrich erneuert.
2008 wurde der erste Abschnitt der Restaurierung der wertvollen Trampeli-Orgel (der letzten aus dieser Orgelwerkstatt) abgeschlossen. Seitdem erklingt dieses meisterhafte Instrument wieder im Gottesdienst. Für die abschließende Instandsetzung und Stimmung des Pfeifenwerks ist Ihre Spende gefragt.
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