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Es erhebt sich nun die Frage, ob zu damaligen Zeiten bereits eine Ortschaft oder Siedlung gleichen Namens hier bestanden hat oder nicht. Wäre das der Fall, und man kann es wohl annehmen, so wäre Ober- (Nieder-)wiera eine slawische Siedlung und hätte schon um das Jahr 900 bestanden und damit vor der Besitzergreifung des Wiprecht von Groitzsch.
Möglich, aber nicht so wahrscheinlich ist es, dass der Ort ebenfalls erst durch die deutschen Siedler angelegt worden ist, die sich einfach des vorhandenen slawischen Flussnamens für die Namensgebung ihres Ortes bedienten.
Die nächste, uns bekannt gewordene Erwähnung der Wyhra geschieht in der Urkunde des Königs Konrad III. vom Frühjahr 1143 (oder 1144), als er dem Kloster Bürgel bei Jena, das zu Zeitz-Naumburg gehörte, 100 Königshufen Land (5000 ha) in "regali siera Blisinensi in ultra-que parte fluminis Mulde", also im pleißnischen Königswald auf beiden Ufern der Mulde schenkte, auf dem ein Jahr später das Nonnenkloster Remse errichtet worden ist.
Da aus der ersten Zeit, den ersten Jahrhunderten des Ortes, keinerlei urkundliches Material aufzufinden war, wissen wir auch nichts über den Platz der ersten Anlage der Gebäude, das Leben und Treiben im Orte.
Nach dem wertvollen Lehnbuch des Markgrafen Friedrich aus den Jahren 1349/50 besaß um diese Zeit Friedrich von Schönburg die Dörfer Wyra, Ziegelheim usw. als markgräfliches Lehen. Möglich ist es, dass vordem die Herren von Wira Lehnsinhaber von Oberwiera waren.
1365 erkaufte sich Probst Ludwig in Remse in Gemeinschaft mit dem Bürgeler Abt um 400 Rheinische Gulden das Dorf Harthau von Otto von Lobdeburg - Burgau. Ein Teil von Oberwiera gehörte auch dem Kloster Remse. 1495 tauschte das Kloster das zu seinem Besitz gehörige Dorf Grumbach mit den Herren von Schönburg gegen deren Besitzungen in Tettau, Oberdorf und Oberwiera. Daraus ersehen wir, dass die Schönburger schon lange vorher Besitzungen in Oberwiera hatten. Als die Reformation in unserem Gebiet wirksam wurde (1528), stand deren Besitz zum Verkauf. Und wieder waren es die Herren von Schönburg, die im Jahre 1543 eine Reihe von Ortschaften an sich brachten, darunter auch das Dorf Oberwiera und das Vorwerk zu Breytenbach.
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