Gemeinde Oberwiera

Die Ortsteile der Gemeinde Oberwiera waren schon immer von der Landwirtschaft geprägt. Viele liebevoll sanierte Drei- und Vierseiten Höfe stehen in den Dörfern.

Die Einwohnerzahlen sind wie folgt:

Oberwiera 501
Niederwiera 167
Röhrsdorf 120
Neukirchen 103
Wickersdorf 112
Harthau 45

das sind insgesamt 1.048 Einwohner.

Geburten: 9
Luca, Anni, Till, Mia, Calista, Alexander, Wicky Ilona, Niklas, Emil

Sterbefälle: 13

Eheschließungen: 3
Stand 02.Januar 2014

Oberwiera

In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg machte Oberwiera immer wieder als sogenanntes „Musterdorf“ von sich reden. Waren es Anfang der 50er Jahre die Vorreiterrollen bei der Kollektivierung der Landwirtschaft, was mit Besuchen des tschechischen Staatspräsidenten Novotny im Jahre 1959 und der polnischen Staatsmänner Cyrankiewicz und Gomulka im

Jahre 1960 gewürdigt wurde, so waren es später Aktivitäten zur Dorfentwicklung, die von sich reden machten. War es in der Landwirtschaft Waldemar Siewert, der untrennbar mit der Gemeinde Oberwiera weit über die Grenzen des Ortes bekannt war, ist es bei der Dorfentwicklung das langjährige Wirken des Bürgermeisters Werner Opitz.

Niederwiera wurde 1336 das erste Mal urkundlich erwähnt. Der Park schließt sich an den Gasthof Niederwiera an, besitzt eine kleine Bühne und überdachte hölzerne Parkbänke, die den Namen zahlreicher Tiere tragen.

Der wunderschöne Park mit Ausstattung zur gastronomischen Betreuung ist aber nicht nur Zentrum von Festen, sondern auch vieler kleiner Sportveranstaltungen, z. B. Kegel- und Schießsportwettkämpfe. Die Schießsportanlage ist gut besucht und die dort befindliche Kegelbahn mit automatischer Aufstellung, der Stolz der Gemeinde, wird ebenfalls rege genutzt.

Röhrsdorf wurde urkundlich erstmals 1335 erwähnt, obwohl die Urkunde selbst nicht mehr überliefert ist, sondern nur in Form eines zuverlässigen Registereintrags von 1597 vorliegt, der die ursprüngliche Form des Ortsnamens (Rüdigersdorff) wiedergibt.
Röhrsdorf ist ein kleines, idyllisches Dörfchen. Es liegt zwischen Niederwiera und dem thüringischen Engertsdorf und gehörte früher selbst zu Thüringen.

Durch Röhrsdorf schlängelt sich die Wiera. Immer mehr Menschen erkennen die Schönheit dieser Dorfidylle, die Zuwanderungszahl steigt.

Röhrsdorf war früher ein stark landwirtschaftlich geprägtes Dorf, mit einer eigenen Mühle, einer kleinen Gärtnerei, einer Kneipe, einer Bäckerei, einer Poststelle und einer Sägemühle mit einem Zimmereigeschäft. In den 80ern wurde Röhrsdorf zum schönsten und saubersten Dorf der Gemeinde gewählt.

1378 wird Neukirchen zum ersten Mal als „Nuwenkirchin“ erwähnt. Wann der Name Neukirchen das erste Mal auftaucht, ist nicht zu erfahren.
Früher war Neukirchen 2-geteilt (Sachsen und Thüringen) und der Hermsbach, der später in die Wiera mündet, bildet die Grenze.

Im Dorf gab es zwei Gasthöfe, einer in Sachsen und einer in Thüringen.

1900 gab es dann auch einen Tanzsaal, er wurde 1933 wegen Baufälligkeit abgerissen. Viele Jahre gab es einen kleinen Dorfkonsum. 1987 wurde das Melkhaus zum Bürgerhaus umgebaut.

Im „Historischen Ortsverzeichnis“ von Blaschke (1957) wird uns von Wickersdorf die erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1350 als „Wykersdorf“ verraten und als „Weickersdorf“ wird es im Urkundenbuch des Klosters Bürgel erwähnt. Das Kloster wurde 1543 von den Schönburgern erworben. 1928 wurden die thüringischen Anteile von Wickersdorf dem Freistaat Sachsen angegliedert. 1964 ist dann Wickersdorf ein Ortsteil der Gemeinde Oberwiera geworden.
Auch hier wird das Ortsbild geprägt durch viele Drei- und Vierseithöfe sowie neu gestaltete und gebaute Häuser.

Hier stand auch das älteste bis 1968 bewohnte sächsische Wohnstallhaus der Familie Ludwig. Es wird auf etwa 400 Jahre geschätzt. Der Verein „Fachwerk heute“ e.V. hat nach jahrelangen Bemühungen das Wohnstallhaus nach Franken umgesetzt. Angedacht ist, das Ludwig-Haus als Museum einzurichten.

In einem der ehemaligen größten Vierseitenhöfe befindet sich heute die Tiefbaufirma Geringswald.

Harthau wird in einem Urkundenbuch des Klosters Bürgel im Jahre 1365 das erste Mal erwähnt, es wird damals aber wahrscheinlich nur wenige Bewohner gehabt haben.
Der Name rührt von „hart“, d. h. „Waldberg“ her.

Eine der Brücken über dem Harthauer Arm der Wiera (einer der drei Quellbäche, die ab dem Sportplatz Oberwiera den Bach Wiera bilden), fiel dem Hochwasser 1954 zum Opfer.

1950 wurde Harthau der Gemeinde Oberwiera angegliedert.